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Face it! Wer willst Du sein?

Eine Ausstellung über Gesichter, Schönheit und Individualität im Ludwig Museum Koblenz

Artikel

Le Manoir Art, die Kulturinstitution der Le Manoir Crememanufaktur von Dr. med. Peter Kessler realisiert die Ausstellung „Face it! Wer willst Du sein?“ im Ludwig Museum Koblenz rund um das Thema Gesicht mit zeitgenössischen Filmen und Klassikern von Picasso bis Andy Warhol.

Werkansicht der Ausstellung "Face it! Wer willst Du sein?", Alain Jaquet, „Gabrielle d’Estrée“ (1965), © Ludwig Museum Koblenz/ VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: Hans Asch
Werkansicht der Ausstellung "Face it! Wer willst Du sein?", Pepa Hristova, „Jana 1. Balgarevo, Bulgaria“ (2004) © Ludwig Museum Koblenz, Foto: Hans Asch
Das Gesicht ist der Spiegel der Seele

Die Ausstellung handelt thematisch von den vielen Facetten des menschlichen Gesichts: Wie es uns geht und wie wir uns nach außen hin zeigen, spiegelt sich in unserem Gesicht wider. Das Gesicht ist also ein Spiegel unserer Seele und kann zugleich eine Maske sein, die wir den Idealen der Gesellschaft anpassen. Als Experte für ästhetische Dermatologie ist es Dr. med. Peter Kessler besonders wichtig auf das zwanghafte Streben nach Schönheitsidealen aufmerksam zu machen, nach denen viele Menschen streben und die nicht allein der Schlüssel zum Glück sind. Mehr zur Ausstellung auf lemanoirart.de/faceit.

Dr. med. Peter Kessler, der mit seiner eigenen Pflegelinie Le Manoir vielen Menschen zu einer gesunden Haut hilft, verrät in einem Interview, was ihm bei seiner Arbeit als Experte für Ästhetische Dermatologie besonders am Herzen liegt und warum er als Mäzen mit Kunst etwas bewegen und zum Denken anregen möchte.

Dr. Peter Kessler in der Ausstellung „Face it! Wer willst Du sein?“ © Le Manoir Art/ Ludwig Museum Koblenz, Foto: Katharina Arimont
Sie fördern mit ihrer Kulturinstitution Le Manoir Art Künstler und Filmemacher - wie kam es dazu?

Vor einigen Jahren wurde ich als Dermatologe an ein Filmset gerufen und half einer Schauspielerin, ihre durch ständiges Schminken und Abschminken irritierte Haut zu heilen. Der ganze Kontext am Set, das Medium Film, das meiner Meinung nach als eine Form von Kunst etwas bewegen kann, hat mich inspiriert. So beauftragte ich die studierte Kunsthistorikerin Katharina Arimont eine unternehmenseigene, eigenständige Kunstsektion aufzubauen und die kuratorische Leitung zu übernehmen. Wir bieten jungen KünstlerInnen FilmemacherInnen eine Plattform, unterstützen sie bei der Realisierung ihrer Werke und präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit in Kooperationen mit Museen und Kulturinstitutionen.

Das jüngste Le Manoir Art Projekt ist eine Ausstellungskooperation mit dem Ludwig Museum Koblenz „Face it! Wer willst Du sein?“ - eine spannende Frage auch gerade in der Schönheitsindustrie, in der Sie tätig sind. Inwiefern spannend ist diese Frage auch in Bezug zu ihrer Profession als „Schönheitsarzt“?

Den Gedanken, das menschliche Gesicht als eine Art Schnittstelle von innen und außen in verschiedenen Facetten zu thematisieren, finde ich spannend. Es geht ja nicht immer nur um die Frage, wer wir sein wollen, sondern auch um die Frage „wer können wir überhaupt sein?“, die Katharina Arimont am Ende des Ausstellungsparcours aufwirft, und den Besuchern mitgibt.

Welche Parallelen zu ihrer Arbeit ziehen Sie zu der Ausstellung?

Natürlich ist auch Schönheit ein großes Thema meiner Arbeit, doch wann ist jemand schön?

Meines Erachtens dann, wenn sich jemand schön fühlt und die Schönheit von innen kommt und dazu ist keine Perfektion in Vollendung nötig. Aber auch Gesundheit spielt eine große Rolle, man sagt nicht umsonst, das Gesicht ist Spiegel unserer Seele. Sorgen verursachen Sorgenfalten und wenig Schlaf, zum Beispiel durch Stress, lässt die Haut schneller altern. Spannend ist, wie sich Künstler mit inneren Wahrnehmungsprozessen auseinandersetzen. Ich achte bei meinen Patientinnen und Patienten immer auch stark darauf, wie deren jeweilige psychologische Gemütsverfassung ist und wie diese die Erwartungen an das äußere Erscheinungsbild beeinflusst.

Wichtig ist mir persönlich auch immer, eine individuelle Mimik zu erhalten. Ab und an kommt es vor, dass sich jemand wieder „Zurückbauen“ lassen möchte, der oder die sich durch Schönheitsbehandlungen selbst verloren hat; bei manchen wird das Ganze regelrecht zu einer Art Sucht. Ich schaue dann, dass ich durch meine Behandlungen das Individuelle des Menschen wiederfinde und betone. Dazu betrachte ich den Menschen, was ihn bewegt und den Kontext, in dem er sich befindet, ganzheitlich.

Was gibt die Ausstellung ihren Besuchern mit auf den Weg?

Die Ausstellung regt dazu an, sich zu agen, wer man ist, wer man sein will und wer man sein kann - oder auch nicht sein will oder nicht sein kann - und thematisiert damit etwas, das auch ich als Arzt immer wieder erlebe, der ja Gesichter verändern kann. Der Gedanke, sich dieser Thematik zu stellen, ist spannend, es zu „facen“ sozusagen. Wichtig ist, dass jemand weiß, wer er ist, was ihn bewegt - jemand der nach außen hin schön ist, wie immer man schön definieren will, ist nach innen nicht immer glücklich, aber umgekehrt ist das der Fall. Wahre Schönheit kommt von innen. Kunst hat eine gesellschaftsverändernde Kraft. Mir ist es wichtig, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Schönheitsideale, nach denen viele streben, nicht der Schlüssel zum Glück sind. Wenn jemand sich einen Makel entfernen lässt, dann ist es wichtig, dass er oder sie sich damit sehr genau auseinandersetzt.

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